Zugegeben, Menschen sind die größten Experten, wenn es um Verschwörungstheorien geht. Ich möchte an der Stelle auch niemandem etwas vorwerfen, aber die ganze Geschichte hat nun mal einen faden Beigeschmack.
Anne Hondelmann ist am 20.06.2010 spurlos werschwunden. Darauf hin startete das Unternehmen “InvaCon Telefonmarketing GmbH”, in dem Annes Mutter angestellt ist, eine Suchaktion mit der Seite suche-anne.de.
An sich ist dabei nichts Verwerfliches. Doch die Art und Weise, wie die Webseite betrieben wird, lässt den einen oder anderen stutzig werden.
Ich versuche in 5 Punkten zu erläutern, warum ich auf ein Fake getippt habe:
- Die Umsetzung
Es hat nicht “lange” gedauert bis die Seite umgesetzt und online gestellt wurde. Es wird berichtet, dass zwischen der Vermisstenmeldung und dem Onlinegang nur wenige Stunden vergangen sind. - Eigeninitiative
An der Eigeninitiative ist nichts auszusetzen. Wie sich die Familie in dieser Situation fühlt, ist für einen Außenstehenden nicht nachvollziehbar. Deswegen ist es verständlich, dass man nichts unversucht lassen und keine Zeit verlieren wollte. Doch ohne einer Rücksprache mit den Behörden / der Polizei einen derartigen Aufruf zu starten ist gefährlich.
Beim ersten Anruf bei der Ahrensburger Polizei, war von Anne Hondelmann nichts bekannt. Erst später wurde uns mitgeteilt, dass Anne Hondelmann tatsächlich vermisst wird. - Das Design der Webseite und die bearbeitete Header-Grafik
Das Design erweckt den Eindruck, dass es nicht innderhalb kürzester Zeit erstellt wurde. Klar, das ist jetzt keine Meisterleistung gewesen, für die man mehrere Wochen benötigt, es kann auch ein fertiges Templates von der Stange sein – dennoch, wenn man das Originalbild mit der Headergrafik vergleicht, so sieht man, dass sich der Grafiker viel Mühe gemacht hat, um das Bild an das Design anzupassen. - e-Mail Formulare / Newsletter / Anmeldungen
Ist man viel im Internet untewegs und hat bereits gewisse Erfahrungen sammeln können, dann ist man immer sehr kritisch wenn man aufgefordert wird Kontaktdaten preiszugeben – erst recht, wenn dahinter eine “Telefonmarketing Firma” steckt. - Angaben im Footer: Mit freundlichen Unterstützung...
Besonders iritiert war für die Angabe in der Fusszeile der Webseite: Mit freundlichen unterstützung von “InvaCon Telefonmarketing GmbH” und “BinLayer GmbH”. Beim erneuten Besuch der Seite, wurden die Angaben aus dem Footer entfernt und in ein PopUp (Impressum) verschoben.
Es war ein taktischer Fehler das Unternehmen in die Angelegenheit einzubeziehen (zumindest so öffentlich). Nicht zuletzt spielten andere Fakes eine entscheidende Rolle bei der Meinungsbildung (zuletzt die Facebook Aktion eines Fotografen aus Hamburg).
Ich möchte an dieser Stelle nochmal darauf hinweisen, dass ich wirklich niemandem etwas unterstellen möchte. Hierbei handelt es sich einfach um den Eindruck, den ich bekommen habe bzw. der mir vermittelt wurde.
Jetzt bleibt es nur abzuwarten, was die Polizei bzw. die Familie bekannt geben wird.

